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Das Winterthurer Jungtalent Jasin Ferati verpasste den WM-Final.
1/1 Bild: z.V.g. Das Winterthurer Jungtalent Jasin Ferati verpasste den WM-Final.
26.09.2018 06:45

Traum vom WM-Final geplatzt

Ohne Medaille, aber um eine Erfahrung reicher, ist Jasin Ferati von der Kart-WM in Schweden zurückgekehrt. Der Winterthurer KSM-Fahrer schaffte es nach einem missglückten Qualifying und schwierigen Vorläufen nicht in den Final.

Kart Der 19-jährige Italiener Lorenzo Travisanutto hat die Kart-Weltmeisterschaft in Kristianstad auf souveräne Art für sich entschieden. Der aus der Pole-Position gestartete Schützling von Nico Rosberg entriss dem deutschen Europameister Hannes Janker in der zweitletzten Runde die Führung und den Glauben an den Sieg. «Keiner hätte den Titel mehr verdient. Lorenzo war das ganze Wochenende der Beste», kommentierte Jasin Ferati, der im spektakulären 25-Runden-Final wie Rosberg, Felipe Massa. Lando Norris, Juan Pablo Montoya und andere Motorsport-Prominenz nur Zuschauer war. Ein völlig verpatztes Qualifying hatte den 15-jährigen Winterthurer schon früh aller Chancen beraubt.

Als Saisonhöhepunkt geplant

«Die Weltmeisterschaft war als Saison-Höhepunkt geplant, doch sie wurde für mich zum Albtraum», versicherte Ferati, der als Einziger die Schweizer Farben vertrat. Während allen fünf Testtagen auf dem anspruchsvollen Asum-Ring hatte der Schumacher-Fahrer mit den Favoriten mitgehalten. Als es in den drei Qualifying-Runden ernst galt, konnte er diese Performance nicht bestätigen. So blieb er fast eine halbe Sekunde hinter seinen vorherigen Runden-Bestzeiten und sah sich im imposanten Feld von 102 Fahrern aus allen Kontinenten auf Position 71 zurück versetzt. Das bedeutete den 21. Startplatz für alle sechs Vorläufe – eine zu grosse Hypothek, um den Traum vom WM-Final verwirklichen zu können.

Schwierige Wetter- und Streckenverhältnisse

Extrem schwierige Strecken- und Wetterverhältnisse mit plötzlichen Niederschlägen waren auch keine Hilfe auf dem Weg zur Wiedergutmachung. Fahrfehler, technische Probleme und eine Strafe verhinderten in den Heats die erhoffte Aufholjagd. Erst im letzten Vorlauf am Sonntagmittag bei Sonnenschein präsentierte sich Ferati wieder in Bestform. Er kämpfte sich mutig nach vorne und realisierte als Zwölfter hinter 11 späteren Finalisten das mit Abstand beste Resultat der packenden Titelkämpfe. «Jasin hat sich nach den vorzüglichen Trainingsresultaten im entscheidenen Moment offenbar selbst zu stark unter Druck gesetzt, zu viel gewollt und den Kart überfahren», urteilte KSM-Teamchef Willi Müchen. «Mit seinen Fortschritten im Verlaufe der ersten OK-Saison sind wir trotzdem sehr zufrieden. Er hat sich als Rookie kontinuierlich der Spitze angenähert und hätte rein vom Speed her in den Final gehört.» Auch für die vier weiteren Fahrer des ambitionierten KSM-Schumacher-Teams mit den neuen RS-Karts von Praga gab es in Schweden keinen Grund zum Jubeln. Der neu dazu gestossene belgische Routinier Patrick De Brabander gehörte nach starken Vorläufen zu den Titelanwärtern, musste sich aber im Final mit Platz 12 bescheiden, der Ungare Lazslo Kovacs wurde nur 20. und Pietro Delli Guanti Letzter. Leonardo Bizzotto blieb in den Vorläufen ebenfalls hängen.