Maja tratscht
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06.12.2019 06:00

Wie nah Freud und Leid sein können, haben wir letzte Woche erfahren. Am Dienstag feierte Tina Turner (Bild u. r.) ihren 80. Geburtstag. Die Stimmgranate im silbrigen Mini-Fransenkleid aus den 80ern ist mit ihren 80 mindestens noch so cool wie anno dazumal. Ich erinnere mich an die Mini-Playback-Show, die wir in der sechsten Klasse als Schulaufführung spielten. Ich war Tina. Mein Song: «Simply the Best». Stunden habe ich damit verbracht, Tinas Hüftschwung zu üben. Mindestens so lange hat es gedauert, bis die Dorfcoiffeuse meine Haare zu einer Tina-ähnlichen Frisur auftoupiert hatte. Als ich älter wurde, las ich Tinas Biografie. Und heulte Rotz und Wasser. Die Schläge ihres Ex-Mannes Ike trafen mich mitten ins Herz. Ich hoffe heute noch, dass ich Tina, die am Zürichsee wohnt, an der Bahnhofstrasse treffe, um mich ein einziges Mal vor ihr zu verbeugen.

Der vergangene Dienstag war aber nicht nur ein Freudentag. Während Tina ihren 80. Geburri feierte, tat Köbi Kuhn (Bild u. l.) im Spital Zollikerberg seinen letzten Atemzug. Ich bin weder wahnsinnig fussballaffin, noch habe ich den Ex-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft wirklich persönlich gekannt. Wann immer ich aber über Köbi Texte las oder ihn am Rand des Fussballfeldes sah, wurde mir warm ums Herz. Ein einziges Mal habe ich Köbi am Flughafen getroffen. Damals reiste er mit der Nati an eine EM oder WM ab. Mein damaliger Arbeitgeber wünschte Videoaufnahmen aus der Abflughalle. Filmen war da aber nicht erlaubt. Die Security stiess mich unsanft zur Seite, als Köbi dazukam. Er bat mich mit seinem charmanten Lächeln und seiner ruhigen Stimme sehr freundlich zu gehen. Was ich widerstandslos tat. Nun hoffe ich, lieber Köbi Kuhn, dass die Engel im Himmel Sie mindestens so herzlich und lieblich empfangen haben, wie Sie es zu Lebzeiten waren. Machen Sies gut da oben!

Text: Maja Zivadinovic, Bilder: MZ/Instagram/Fifa