Peter Niederhäuser und Ursula Burkhalter hoffen auf viele Bewerbungen.  duf
1/1 Peter Niederhäuser und Ursula Burkhalter hoffen auf viele Bewerbungen. duf
05.09.2019 08:00

«Als Stadtführer ist man Gastgeber»

Das «House of Winterthur» sucht neue Stadtführer und Stadtführerinnen. Was diese mitbringen sollten, erklären zwei Erfahrene im Interview.

Winterthur Für die nächste Sommersaison ist das «House of Winterthur» auf der Suche nach neuen Guides für ihre Stadtführungen. Ursula Burkhalter, die seit sieben Jahren Stadtführerin ist, und Peter Niederhäuser, Historiker und Co-Leiter der Ausbildung, verraten im Interview, was man für diese Tätigkeit mitbringen sollte.

Frau Burkhalter und Herr Niederhäuser, worin liegt der Reiz, die Geschichte der Stadt Winterthur zu präsentieren?

Ursula Burkhalter: Man lernt viele Menschen kennen und kann auf sie alle individuell eingehen. Für eine Stadtführung soll man nicht die Lehrerrolle einnehmen, sondern vielmehr jene eines Gastgebers. Unsere Gäste schätzen Winterthur als eine Art Geheimtipp.

Peter Niederhäuser: Meine Motivation ist vor allem aufzuzeigen, dass Historie nichts Trockenes ist. Man gibt die Geschichte eines Ortes weiter, indem man den Menschen seine Eigenheiten aufzeigt. Das ist gerade in Winterthur spannend, wo es nicht von grossen Sehenswürdigkeiten wimmelt und das «Kleinstadt-Gefühl» vermarktet wird.

Was für Personen arbeiten als Stadtführer?

Ursula Burkhalter: Man muss kein Historiker sein. Auch ich hatte zu Beginn wenig Ahnung der geschichtlichen Ereignisse in Winterthur. Voraussetzung ist ein gewisses Interesse in Geschichte und der Stadt Winterthur sowie eine gute Allgemeinbildung. Man lernt mit der Ausbildung und jeder Führung etwas dazu. Bei «House of Winterthur» arbeiten junge Mütter, Pensionierte und Berufstätige, die das nebenbei machen.

Welche anderen Voraussetzungen sollte man erfüllen?

Ursula Burkhalter: Wir wollen unser Team zwar verjüngen, eine gewisse Lebenserfahrung sollte man aber bereits mitbringen. Daneben ist dreifaches Herzblut wichtig: Einerseits für die Stadt Winterthur, andererseits für den Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Und nicht zuletzt für die Sache selbst, denn nur wegen des Geldes wird man nicht Stadtführer. Daneben sind Sprachkenntnisse, Flexibilität und eine gewisse Fitness von Vorteil.

Wie gestaltet sich die Ausbildung?

Peter Niederhäuser: An ausgewählten Samstagen schule ich die Teilnehmenden in der Geschichte Winterthurs, den Kunstepochen und Baustilen und führe Probeführungen durch. Da man die Historie nicht umfassend an ein paar Morgen vermitteln kann, ist die Ausbildung mehr als Einführung zu verstehen, in der auch zum Selbststudium motiviert wird. Eine Abschlussprüfung gibt es nicht.

Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren?

Ursula Burkhalter: Noch bis 14. September können sich Interessierte bei uns bewerben. Dann werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für einen Infoabend eingeladen, an dem erste Fragen geklärt werden können. Danach folgt ein Bewerbungsgespräch mit unseren Wunschkandidaten, nach diesem dann die Entscheidung fällt. ⋌⋌

Interview: duf