Trotz Verbreiterung erachtet die Stadt eine Öffnung des Wegs als zu riskant.  duf
1/2 Trotz Verbreiterung erachtet die Stadt eine Öffnung des Wegs als zu riskant. duf
Ernst Keller vor der Sperrzone am Stadtfallenweg.  duf
2/2 Ernst Keller vor der Sperrzone am Stadtfallenweg. duf
08.08.2019 08:00

Anwohner und Grünen-Gemeinderat fordern Öffnung des Stadtfallenwegs

Aufgrund der Bauarbeiten für das neue Polizeigebäude bleibt der Stadtfallenweg beim Teuchelweiher bis 2021 gesperrt. Dagegen wehrte sich bereits Grünen-Gemeinderat Reto Diener, jedoch ohne Erfolg. Auch Anwohner Ernst Keller kann die Argumente der Stadt nicht verstehen.

Winterthur Der Stadtfallenweg ist eine nur rund 300 Meter lange Strasse zwischen Teuchelweiher und Schulhaus Schönengrund. Umso länger aber ist der zeitliche Weg, bis dieser wieder befahr- und begehbar ist.

Denn seit die angrenzenden Liegenschaften zum neuen Polizeigebäude umgebaut werden, ist der Stadtfallenweg für Fussgänger und Velofahrer gesperrt. Und soll dies, geht es nach der Stadt, auch noch bis Ende 2022 bleiben. Nur die Fahrzeuge des Revierstützpunktes sind noch erlaubt, während die Autoparkplätze frei zugänglich bleiben.

Grosser Attraktivitätsverlust

Das passt nicht allen. Vor allem Anwohnern und Schülern diente das Strässchen als wichtige verkehrsarme Verbindung in Richtung Stadtzentrum. So auch Ernst Keller, der als Anwohner an der Mattenbachstrasse unmittelbar betroffen ist. «Als passionierter Velofahrer finde ich es schade, dass man die Anbindung für eine solch lange Zeit verkompliziert und nun einen Umweg über die stark befahrene Tösstalstrasse machen muss.»

Diese Situation mache nicht nur das Quartier unattraktiver, sondern auch das Velofahren in Winterthur an sich. Besonders jetzt, wo der Abbruch mehrheitlich abgeschlossen sei, erachte er eine Sperrung als unverhältnismässig. «Der Weg, der für den Umbau sogar verbreitert wurde, bietet genug Platz, um zumindest Velofahrern und Fussgängern den Zugang weiterhin zu ermöglichen», sagt Keller. Sein Brief an die Stadt blieb bisher ohne Erfolg. Auf Unterstützung kann er allerdings von Gemeinderat Reto Diener hoffen, der das Thema bereits auf politischer Ebene diskutiert hat.

«Sicherheit geht vor»

Der Grünen-Politiker reichte Ende Mai eine Anfrage im Grossen Gemeinderat ein. Darin stellte er die langjährige Sperrung infrage und kritisierte diese Beeinträchtigung für Winterthurer Velofahrer. Gleichzeitig schlug Diener Teilöffnungen vor. Kurz vor den Sommerferien Anfang Juli beantwortete der Stadtrat die Anfrage negativ. In seiner Stellungnahme bekräftigt er, dass das Risiko eines Schadens von Fussgängern oder Velofahrern auf dieser einzigen Zufahrtsstrasse zum Werkhof als sehr gross eingeschätzt wurde. Man sei nach wie vor der Meinung, dass der kleine Umweg zu Gunsten der Sicherheit höher zu gewichten ist, als der Komfort einer direkten Verbindung über den Stadtfallenweg.

Auch wenn ein Blick vor Ort Zweifel aufkommen lässt, dass es auf dem verbreiterten und zurzeit kaum befahrenen Weg zu gefährlichen Situationen kommen könnte, hält das städtische Tiefbauamt an seiner Argumentation fest. Sprecher Lukas Mischler sagt: «Ein Mischverkehr von Baustellenfahrzeugen, Betriebsfahrzeugen des Tiefbauamtes, Velofahrenden und Fussgängern erachten die für die Sicherheit verantwortlichen Fachleute als zu gefährlich.» Der Stadtfallenweg habe man als attraktiven Fuss-, Velo- und Schulweg konzipiert. Trotzdem die signalisierten Umleitungen weniger attraktiv seien, erachte man diese als sicher und verhältnismässig.

Die negative Antwort der Stadt enttäuscht Gemeinderat Diener. «Der Sicherheitsaspekt ist eine vorgeschobene Argumentation, um ungestört bauen zu können. Mit gewissen Sicherungsmassnahmen und Mehrkosten wäre eine Teilöffnung möglich.» Ob er nun weitere Schritte einleiten wird, liess er offen.

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