Michael Karrer präsentiert an den Winterthurer Kurzfilmtagen sein Werk. Ramon Königshausen
1/1 Michael Karrer präsentiert an den Winterthurer Kurzfilmtagen sein Werk. Ramon Königshausen
07.11.2019 08:00

«Beim Kurzfilm kann man aus wenig viel machen»

Am Dienstag sind die Winterthurer Kurzfilmtage gestartet. Der Zürcher Student und Newcomer Michael Karrer erzählt, was den Reiz des Kurzfilmschaffens ausmacht.

Michael Karrer studiert an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdk) Film. Und ist mit seinem Masterarbeitprojekt mit einem Kurzfilm an den diesjährigen Kurzfilmtagen präsent.

Michael Karrer, wie bist du zum Film gekommen?

Ich bin wie viele meiner Generation mit dem Film gross geworden. Als ich nach dem Gymnasium während des Zivildienstes viel Zeit hatte und etwa 15 Filme pro Woche konsumierte, stieg mein Interesse für den Film und das Filmemachen an sich. So entschied ich mich für das Film-Studium an der ZHdK, von dem ich erst gar nicht wusste, das es existiert. Eigentlich entstand der Kurzfilm aus der Not heraus. Denn mein Interesse galt dem Film, mit dem ich aufwuchs, und dies war der Langspielfilm. In den Anfängen des Filmemachens startet man jedoch aufgrund der Ressourcen und Erfahrung meist mit einem Kurzfilm. Doch der Reiz ist mindestens so gross wie bei langen Filmen. Denn beim Kurzfilm kann man aus wenig viel machen. Es braucht keine komplexe Story, die über hundert Minuten packen muss. Oft reicht es, einer simplen Idee zu vertrauen. Mittlerweile denke ich aber auch so über den Langspielfilm.

Gerade in der Schweiz, wo der Kurzfilm noch nicht so etabliert und die Kosten hoch sind, hat man es vermutlich nicht leicht.

Ich bin sowieso in einer Luxusposition. Denn materielle und finanzielle Ressourcen kriege ich zurzeit von der Fachhochschule gestellt, sodass sich relativ einfach ein Film produzieren lässt. Über den Kostenaufwand eines Filmes sollte man meiner Meinung nach immer der Regisseur entscheiden. Ich probiere da den Aufwand immer gering zu halten, weil ich glaube, dass es meinen Projekten gut tut. Die gleiche Philosophie verfolge ich auch bei der Produktion meines Langspielfilmes.

Welchen Kurzfilm präsentierst du in Winterthur?

In «22:47 Linie 34» geht es um die fiktive Übersetzung von selbst erlebten Momenten im öffentlichen Verkehr. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell Konflikte entstehen, wenn Menschen gezwungenermassen auf engem Raum für eine bestimmte Zeitdauer eingeschlossen sind, wenn sie Bus, Zug oder Tram fahren. Eine solche Situation wollte ich auf die Leinwand bringen.

Wie sehen deine beruflichen Ziele für die Zukunft aus?

Ich plane meist eher kurzfristig. In einem Jahr schliesse ich mein Masterstudium ab und probiere dann, weiterhin Kurz- und Langspielfilme zu produzieren. In diesem Berufsfeld muss man aber immer mehrgleisig fahren, weshalb ich bereits jetzt in andere Projekte als Co-Regisseur, Co-Autor und Editor eingebunden bin.

duf