In vielen Ländern werden Countdown-Ampeln auch im Strassenverkehr eingesetzt. Foto: z.V.g.
1/1 In vielen Ländern werden Countdown-Ampeln auch im Strassenverkehr eingesetzt. Foto: z.V.g.
10.10.2019 08:00

Countdown-Ampeln derzeit kein Thema

Noch dieses Jahr soll beim Bahnhof Bern die schweizweit erste Fussgängerampel mit Sekundenzähler installiert werden. Gemäss dem Winterthurer Leiter der Verkehrsplanung, Herbert Elsener, ist eine Einführung auch in der Eulachstadt aktuell nicht vorgesehen.

Winterthur Countdown-Anzeigen für Wartende würden meistens bei Lichtsignalanlagen installiert, welche feste Programme für die Steuerung der Verkehrsflüsse anwenden, schreibt der Chef der Winterthurer Verkehrsplanung, Herbert Elsener, auf Anfrage.

Verkehrsabhängige Ampeln nicht mit Sekundenzähler koppelbar

Bei Ampeln, die verkehrsabhängig gesteuert sind, wie dies teilweise in Winterthur der Fall ist, sei die Anwendung von Countdown-Anzeigen hingegen nicht sinnvoll: «In Winterthur richtet sich die Dauer der einzelnen Rot-Grün-Phasen nach dem aktuellen Verkehrsaufkommen und der Anmeldung des Busverkehrs. Die angezeigte Zeit würde so plötzlich länger oder kürzer, was eher verwirren als helfen würde.» Zu langen Wartezeiten beziehungsweise der Ungeduld der Fussgänger soll in Winterthur mit der Verkürzung von Wartezeiten entgegengetreten werden. Damit soll verhindert werden, dass Fussgänger die Strasse bei Rot queren. Eine ähnliche Massnahme sieht die Winterthurer Verkehrsplanung im Bereich des motorisierten Verkehrs vor – und hat damit auch Kritik geerntet. Tatsache ist, dass gemäss Herbert Elsener an der Technikum- und Zürcherstrasse kürzere Grünphasen bereits umgesetzt wurden. «Aktuell sind wir mit der Feinjustierung der Einstellungen beschäftigt. Wir nehmen nebst positiven Rückmeldungen zu den kürzeren Wartezeiten auch Zweifel wahr. Wichtig zu beachten ist, dass nicht nur die Grünphasen verkürzt wurden, sondern dass die Verkehrsteilnehmer auch schneller das nächste Grün erhalten. Dies dank kürzeren Umlaufzeiten. Die neue Steuerung entspricht dem aktuellen Stand der Technik und wird in vergleichbaren Städten seit Jahren erfolgreich angewendet», so Elsener.

Keine schwulen Ampelmännchen

Apropos Ampeln, wie fix sind in Winterthur eigentlich die Ampelmännchen definiert? Sind wie etwa in Wien schwule Ampelmännchen oder Ampelmännchen und -frauchen auch schon gefordert worden? Solche Anfragen hätten sie auch schon beantworten müssen, sagt dazu Verkehrsplaner Herbert Elsener: «In der Signalisationsverordnung und der einschlägigen Norm werden die zulässigen Symbole beschrieben. Erlaubte Symbole für Fussgänger sind ein roter stehender Fussgänger sowie ein grüner und gelber gehender Fussgänger auf dunklem Grund.» Auch dahingehend dürften visuelle Innovationen im Bereich der Winterthurer Ampelanlagen auf sich warten lassen.

George Stutz