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08.08.2019 07:11

Den ersten WM-Titel zum Ziel

Am kommenden Sonntag, 11. August, dürfte die Schweizer Faustball-Nationalmannschaft zum WM-Start gegen Chile die Schützenwiese erstmals zum Kochen bringen. Der Elgger Nationaltrainer Oliver Lang ist optimistisch gestimmt, gewinnt dem Heimvorteil jedoch nicht zwingend nur Positives ab.

Faustball Nach 20 Jahren ist die Weltmeisterschaft der Faustballer zurück in der Schweiz. Genauer gesagt, wird sie vom 11. bis 17. August im und neben dem Stadion Schützenwiese in Winterthur ausgetragen. Im Unterschied zur Schweizer Frauennationalmannschaft haben die Männer noch keinen WM-Titel auszuweisen.

Favorit Deutschland fordern

Auch wenn die Deutsche Nationalmannschaft Kronfavorit ist und auf der «Schützi» nur allzu gerne den zwölften Weltmeister-Pokal (nach 15 Austragungen) in die Höhe stemmen möchte, so ist die Schweizer Auswahl alles andere denn chancenlos. Dies sieht auch der Elgger Nationaltrainer Oliver Lang so: «Wir sind zurzeit klar die Nummer Zwei hinter den Deutschen, wobei wir in den letzten Jahren den Abstand kontinuierlich verkleinern konnten.» Läuft alles wie geplant, so kommt es am Samstag, 17. August, um 18 Uhr zum grossen Showdown der beiden Teams im WM-Finale. «Bis dahin ist der Weg jedoch noch weit, es kann viel passieren», versichert Lang. Selbst die Gruppenphase dürfte für die Schweizer kaum zum Zuckerschlecken werden. Sind gegen Chile und die USA Siege Pflicht, so dürfte die Partie gegen den zweifachen Weltmeister Brasilien zum ersten Schlüsselspiel werden, wie Lang sagt: «Ziel ist es, möglichst alle Partien zu gewinnen, um Umwege und damit zusätzliche Matches zu umgehen.» Er freue sich sehr auf die WM zu Hause, sagt Lang, der 2011 zum vorerst nicht unumstrittenen Schweizer Nationaltrainer ernannt wurde. Längst sind die Kritiken aber verstummt, hat doch der 44-Jährige mit seinem Team zuletzt sieben Mal in Folge das Endspiel eines grossen Turniers erreicht. «Mit dem eigenen Publikum im Rücken wollen wir noch eine Scheibe drauflegen», sagt der nie um einen Spruch verlegene Coach. Beinahe im gleichen Atemzug dämpft er jedoch die Erwartungen an einen womöglich entscheidenden Heimvorteil: «Der Erwartungsdruck hier ist natürlich viel grösser, als wenn wir im Ausland spielen. Wichtig ist neben den jungen wilden Spielern deshalb die Routine, die der in Winterthur arbeitende Ueli Rebsamen oder Bundesligaspieler Raphael Schlattinger mitbringen. Nach Familienferien in Flims holte Schweizer Nationalmannschaft am Dienstag mit Partien gegen Brasilien, Chile und Argentinien noch den letzten Schliff, ehe das Team ab Samstag im Hotel Banana wohnt.

Böötli-Rennen gegen Lagerkoller

«Finanziell können wir uns keinen längeren Aufenthalt im Hotel leisten, jedoch reichen die maximal sieben Übernachtungen», so Lang. Neben seinen Aufgaben am Spielfeldrand ist er bedacht, keinen Lagerkoller aufkommen zu lassen. «Wir spielen intern einen kleinen Wettkampf mit täglich zwei, drei Disziplinen, vom Böötli-Rennen in einem Stadtbrunnen bis zum Jasskarten von einem Flaschenhals blasen.» Der Sieger gewinnt einen Getränkegutschein. Viel mehr, geschweige denn eine Weltmeisterprämie vom Verband, gebe es auch beim Gewinn des Faustball-WM-Titels nicht, betont Oli Lang.

George Stutz