Der neue Tauschcontainer ist mobil und soll im besten Fall diesen Frühling in Altstadtnähe eröffnet werden.  z.V.g
1/2 Der neue Tauschcontainer ist mobil und soll im besten Fall diesen Frühling in Altstadtnähe eröffnet werden. z.V.g
Projektleiter Beat Bühler.  z.V.g
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05.12.2019 08:00

Der lange Weg zum neuen Tauschhaus

Seit anderthalb Jahren sucht die Klimaschutzorganisation «Myblueplanet» nach einer neuen Lösung für das damals abgebrannte Give&Take-Haus. Nach mehreren Rückschlägen ist eine neue Variante kreiert. Nun hoffen die Initianten noch auf die Bewilligung der Stadt.

Winterthur Der Vorfall beschäftigte die Stadt, als am 10. August 2018 ein 18-Jähriger mutwillig das allseits beliebte Tauschhaus der Klimaschutzorganisation «Myblueplanet» anzündete und dieses vollständig zerstörte. Schnell war für die Klimaschutzorganisation klar, dass das Give&Take-Haus, in dem nicht mehr gebrauchte Gegenstände platziert und gratis mitgenommen werden können, neu aufgegleist wird (wir berichteten in der Ausgabe vom 5. September 2018). Doch dieses Unterfangen sollte sich aufwandreicher gestalten als angenommen.

25 Mal zurück auf Feld 1

«Soll das Angebot in ein leerstehendes Ladenlokal oder gar einen Wohnwagen integriert werden?», war einer der zentralen Fragen. «Ende 2018 entschieden wir uns für einen mobilen Container», sagt Projektleiter Beat Bühler. Wo dieser platziert werden darf, beschäftigt die Verantwortlichen nun seit rund einem Jahr. «Insgesamt klapperten wir 25 Standorte ab. Darunter beim Salzhaus, Kesselhausplatz, Kunsthaus, Kirchplatz, Technopark und in der Lokstadt», so Bühler. Auch am alten Standort auf dem Merkurplatz, wo am Gemäuer noch immer schwarze Brandspuren erkennbar sind, prüfte das Team einen Wiederaufbau.

Doch überall scheiterte das Tauschhaus-Projekt und die Suche startete bei Null. Entweder war es das fehlende Interesse des Eigentümers, ausbleibende Antworten oder eine Absage durch die Stadt, die keine Bewilligung erteilen konnte. Behinderten-Parkplätze, Nutzungszonen oder andere Hürden gehörten zu den Begründungen. «Oft war es für uns nicht nachvollziehbar, warum das Unterfangen abgelehnt wurde», erinnert sich der Projektleiter.

Moderner Container in Altstadtnähe

Inzwischen ist das mobile Tauschhäuschen fertig produziert. Stiftungsbeiträge, Einnahmen durch Aktionen, Spenden sowie ein Zustupf der Stadt Winterthur ermöglichte schliesslich, den 15'000 Franken teuren Container zu realisieren. Der mit einer Glasfront versehene Bau aus Metall soll stabiler, mit 2.5 x 3 Meter geräumiger sowie sicherer sein, als es das alte Holzgebilde war. «Zudem wird er nachts geschlossen und mit einer Überwachungskamera ausgestattet sein, um Vandalismus vorzubeugen», sagt Bühler. Der Innenraum gestaltet wie zuvor das nachhaltig agierende Schreinerunternehmen «Wiederverwerkle».

Ein neuer Standort unweit der Altstadt ist zwar ebenfalls gefunden, aber noch immer nicht definitiv. Laut Bühler hat die Eigentümerschaft zugesagt, die Bewilligung der Stadt stehe aber noch aus und könne sich noch rund drei Monate hinziehen. Lenken die Behörden dieses Mal ein, steht aber einer Einweihung im Frühling nichts mehr im Wege. Dann soll das in der Schweiz einzigartige Projekt laut Bühler auch auf andere Städte ausgeweitet werden.

duf