Der Eisenbahnwagen, in dem die Ausstellung beheimatet ist, steht auf dem Gleis 61, das beim Salzhausplatz beginnt. Foto: Michael Hotz
1/1 Der Eisenbahnwagen, in dem die Ausstellung beheimatet ist, steht auf dem Gleis 61, das beim Salzhausplatz beginnt. Foto: Michael Hotz
09.10.2019 17:00

Ein alter Eisenbahnwagen stellt Fragen nach Austausch und Offenheit

Die Wanderausstellung «Mobil! Unterwegs mit Visionären» gastiert bis 27. Oktober beim Winterthurer Hauptbahnhof. Ausgangspunkt des Projekts ist die Eisenbahn-Pionierzeit.

Winterthur Ohne die Eisenbahn wäre Winterthur nicht das, was die Stadt heute ist. Im 19. Jahrhundert war sie eine der treibenden Faktoren der Stadtentwicklung. Mit der Eröffnung der Strecke Romanshorn-Winterthur 1855 war die Eulachstadt ab dann Teil der Linie von der Nordostbahn des Zürchers Alfred Escher. Hiesige Industriebetriebe wie die Giesserei Sulzer hatten plötzlich Anschluss an das entstehende nationale Eisenbahnnetz. Und 1871 wurde in Winterthur auch die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) angesiedelt, die später zu einem Inbegriff der Moderne wurde. Die Eisenbahn förderte die Industrieunternehmen. Und ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts profitierte auch die Bevölkerung von der Eisenbahn. Doch wie hat sich die Mobilität seither entwickelt?

Stellt unbeantwortete Fragen

Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung «Mobil! Unterwegs mit Visionären», die aktuell am Hauptbahnhof Winterthur noch bis 27. Oktober gastiert. In einem alten Eisenbahnwagen der SBB, der auf dem Gleis 61 steht, direkt neben dem Salzhausplatz, knüpft das niederschwellige Kulturprojekt an die Pionierzeiten der Eisenbahn an und stellt vor dem Hintergrund der Epoche Eschers und von Gottfried Keller Fragen nach Austausch und Offenheit, die sich bei Bahnreisen täglich ergeben können.

Kommunikation und Mobilität bilden heute und in Zukunft eine Basis für das gesellschaftliche Handeln. In einer Welt, die sich rasant verändert, gibt die Ausstellung jedoch keine Antworten. Die Ausstellungsbesuchenden sollen eher die Fragen selber beantworten.

Zuvor in Uster und Brugg

Die Ausstellung wird im Rahmen des Jubiläums «200 Jahre Alfred Escher und Gottfried Keller» des Kantons Zürich in Winterthur gezeigt. Zuvor stand der alte Eisenbahnwagen bereits in Uster und in Brugg. Initiant und Organisator des Projektes ist das Berner Ausstellungsbüro Palma3. Hauptpartner des Projektes ist die Stiftung Historisches Erbe der SBB, die in Winterthur ein Depot betreibt. Partner der Winterthurer Ausstellung ist das «museum schaffen». Geöffnet ist «Mobil! Unterwegs mit Visionären» jeweils von Mittwoch bis Freitag, 13 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist für alle Interessierte gratis.

mth/dp