Karten dieser Art können ab morgen vor der Labüsch-Galerie betrachtet und erworben werden.
1/1 Karten dieser Art können ab morgen vor der Labüsch-Galerie betrachtet und erworben werden.
12.03.2020 07:00

Feldversuch von Basler Künstler in Winti

Morgen startet vor der Labüsch-Galerie in Winterthur ein aussergewöhnliches Experiment: Ein Basler Künstler hängt 375 seiner Kunstwerke im Postkartenformat zur freien Betrachtung auf.

Winterthur/Basel Seit 1986 gestaltet der Basler Künstler Pt Whitfield «Kärtli» im A6-Format. Anfangs bemalte und verkaufte er sie direkt auf der Strasse, später wurden sie eingerahmt oder in Galerien ausgestellt. «Die Kärtli sind ein ständiger Begleiter meiner kreativen Arbeit und sprechen kunstinteressierte Menschen an», so Pt Whitfield. Im letzten Jahr habe er die Kärtli wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geholt und 1400 neue Exemplare an der Ausstellung «openArt» in Graubünden gezeigt. In Winterthur wird nun ein Bruchteil davon ausgestellt.

Morgen startet Pt Whitfield, gemeinsam mit der Labüsch-Galerie, nun einen spannenden Feldversuch: Er wird entlang der Kesselschmiede 375 seiner Kunstwerke zur freien Betrachtung aufhängen.

«Kunst zum Selberpflücken»

Der Feldversuch startet morgen, am Freitag, der 13. März. Ziel dieser Ausstellung sei es laut Pt Whitfield, dass man nicht nur schauen und sich mit den Kunstwerken auseinander setzen, sondern auch aussuchen, abschneiden, zahlen und mitnehmen könne. Ausserdem möchte der Künstler herausfinden, ob und wie aufmerksam die niederschwellig und nahe am Alltag präsentierte Kunst überhaupt wahrgenommen wird. Immerhin hängen die Kunstwerke greifbar an einem belebten Ort der Stadt, direkt im Quartier rund um den Lagerplatz, der ZHAW und des Technoparks. Angst vor Demolierung hat der Basler nicht: «Ich gehe einfach davon aus, dass das nicht passieren wird.» Wie die Vorbeiziehenden aber auf diese Ausstellung reagieren, interessiert den Künstler: Was löst die ausgestellte Kunst bei der Bevölkerung aus? Ob und in welchem Ausmass werden die BetrachterInnen zu KäuferInnen und in welchem Umfang sind sie bereit, für Kunst Geld auszugeben? «Daneben nimmt es mich auch wunder, wie viel Respekt der Kunst entgegengebracht wird und wie ehrlich die Vorbeiziehenden sind», so Pt Whitfield. Ein vom Künstler bemaltes Original-Kärtli kostet 15 Franken. Dafür stünde vor Ort eine Schere und eine Kasse bereit.

Der Versuch läuft insgesamt 185 Tage, bis am 13. September, ausser alle Exponate werden vorzeitig verkauft, geklaut oder zerstört.

Eröffnung: Freitag, 13. März, ab 16 Uhr beim Eingang zur Labüsch-Bar (Zur Kesselschmiede 27). Der Künstler ist vor Ort.