Angela S. kann noch immer nicht fassen, dass sie ihre geliebte Altstadtwohnung verloren hat. Foto: Fabrice Dubler
1/1 Angela S. kann noch immer nicht fassen, dass sie ihre geliebte Altstadtwohnung verloren hat. Foto: Fabrice Dubler
23.05.2019 08:00

Happy End für Brandopfer von Technikumstrasse

Am letztjährigen Stefanstag verlor Angela S.* bei einem Wohnungsbrand ihr ganzes Hab und Gut. Die Winterthurer Bevölkerung spendete daraufhin über 20'000 Franken für die zweifache Mutter. Nun hat sie ein neues Zuhause gefunden.

Winterthur Es war ein rabenschwarzer Tag für Angela S. Ein Feuer zerstörte am 26. Dezember 2018 ihre Dachwohnung an der Technikumstrasse. Möbel, Geräte und persönliche Gegenstände - alles hatte S. an diesem Tag verloren. Da sie kein Geld für eine Hausratversicherung hatte, wurde ihr nichts ersetzt. Doch eine Bekannte richtete ein Spendenkonto ein, auf dem Winterthurerinnen und Winterthurer nach rund zwei Wochen über 20'000 Franken spendeten. Ein Segen für die 33-Jährige.

Neues Glück in Wülflingen

Heute stehen S. und ihre zwei Kinder wieder auf eigenen Beinen. Seit Anfang März haben sie eine neue Wohnung in Wülflingen gefunden, die für die Alleinerziehende bezahlbar sei. Ihre erste Tochter kann die Schule zudem im gewohnten Umfeld in der Altstadt fortführen. «Ein Rückzug in die Dachwohnung war leider nicht möglich, da mir der Mietvertrag definitiv gekündigt wurde. Aber ich bin sehr froh darüber, ein neues Zuhause gefunden zu haben», sagt S zufrieden. Zuvor habe sie vorübergehend bei einer guten Freundin unterkommen können.

Brandursache weiterhin unklar

Die Spenden der Winterthurer habe sie hauptsächlich in die Neuanschaffung von der Wohnungseinrichtung sowie die Mietkaution verwenden können. Ihre hinterlegte Mietkaution von der abgebrannten Dachwohnung sei für die Räumung eingezogen worden. «Ich bin immer noch sehr gerührt über die Grosszügigkeit der Bürger. Sie haben mir aus dieser schwierigen Situation geholfen», so S.

Warum es überhaupt zum verheerenden Brand über die Weihnachtstage kommen konnte, weiss die 33-Jährige auch fünf Monate später noch nicht. «Es wäre mir wichtig, die Ursache in Erfahrung zu bringen. Auch für meine Kinder, die immer wieder fragen, warum ihr ehemaliges Zuhause plötzlich Feuer fing», sagt S. Ihr hätten die Behörden mitgeteilt, die Brandermittlungen seien abgeschlossen. Die Oberstaatsanwaltschaft Zürich bestätigt dies jedoch nicht auf Anfrage. «Die Ursache des Brandes ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Wann diese abgeschlossen sein werden, können wir derzeit nicht abschätzen», sagt Sprecher Erich Wenzinger. Die betroffenen Wohnungen der Liegenschaft werden zurzeit noch restauriert. Wie lange sie noch unbewohnbar sind, ist zurzeit unklar.

*Name der Redaktion bekannt

Fabrice Dubler