Die Unterstützer der Traglufthalle demonstrierten letzten Samstag badend in der Steinberggasse. Sie hoffen trotz Ablehnung durch den Stadtrat auf ein Volks-Ja. z.V.g
1/1 Die Unterstützer der Traglufthalle demonstrierten letzten Samstag badend in der Steinberggasse. Sie hoffen trotz Ablehnung durch den Stadtrat auf ein Volks-Ja. z.V.g
29.08.2019 07:30

Ins kühle Nass für die Traglufthalle

Befürworter der geplanten Traglufthalle demonstrierten am Samstag mit einem Bad in den Winterthurer Judd-Brunnen. Der Stadtrat hat die Abstimmungsvorlage indessen zur Ablehnung empfohlen.

Winterthur Um den grossen Mangel an Hallenbadwasserfläche in Winterthur zu beheben, soll über dem Olympiabecken des Freibads Geiselweid während des Winterhalbjahrs eine Traglufthalle errichtet werden. Ganz knapp, mit 27 zu 26 Stimmen, genehmigte der Gemeinderat dazu einen Kredit von 2,285 Millionen Franken. Der Stadtrat liess daraufhin ein entsprechendes Projekt ausarbeiten.

Badend auf Unterschriftenfang

Um erneut auf die am 20. Oktober anstehende Volksabstimmung aufmerksam zu machen und noch mehr Befürworter ins Boot zu holen, machten die Initianten am vergangenen Samstag nochmals auf sich aufmerksam. Das Abstimmungskomitee, bestehend aus Politikern sowie Mitgliedern von Organisationen und Verbänden, demonstrierte symbolisch mit einem Bad in den Winterthurer Judd-Brunnen an der Steinberggasse und verteilten Ballone mit Ja-Parolen.

Mit dabei waren auch die Gemeinderäte Regula Keller (SP), Annetta Steiner (GLP) und Markus Wenger (FDP), der selbst im Brunnen plantschte: «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass mit der Traglufthalle für wenig Geld schnell viel zusätzlicher Hallenbadplatz bereitgestellt werden kann.» GLP-Gemeinderätin Annetta Steiner hingegen steht hinter dem Projekt, weil die Güterabwägung zu Gunsten von Gesundheit und Sport ausfalle.

Zu teuer und unökologisch

Der Stadtrat gab am Montag nun aber bekannt, dass er die Vorlage aus finanziellen und ökologischen Gründen ablehnt. Dies hatte die Stadtregierung bereits in der entsprechenden Weisung an den Gemeinderat und während der Debatte im Parlament kundgetan. Kritisiert wird am Erweiterungsbau vor allem die Höhe der Kosten von etwa einer halben Million Franken im Jahr und dem zusätzlichen Energieverbrauch, welche die Halle mit sich bringen würden.

Zur Volksabstimmung kommt es, weil gegen die Genehmigung des Kredits durch den Gemeinderat damals ein Parlamentsreferendum ergriffen worden ist. Zudem sammelten die Gegner der Traglufthalle 1542 Unterschriften, die sie im April dem zuständigen Stadtrat Jürg Altwegg übergaben.

mth/duf