Susanne Walitza ist Klinikdirektorin der Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrie. Foto: René Ruis
1/1 Susanne Walitza ist Klinikdirektorin der Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrie. Foto: René Ruis
28.11.2019 08:00

Ist ADHS bloss eine Modekrankheit?

Pillen statt Erziehung? Susanne Walitza, Chefin der Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrie, spricht in der nächsten Ausgabe von «Wissenschaft persönlich darüber, wie man ADHS-Kindern wirklich helfen kann.

Winterthur Wer früher störte oder schlicht als schlechter Schüler galt, ist heute schnell einmal behandlungsbedürftig. Zwischen 2006 und 2017 ist die Anzahl an Schweizer Kindern und Jugendlichen, die in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis ambulant in Behandlung waren, um über 64 Prozent gestiegen. Auch aufgrund dieser Tendenz sind wenige Themen so emotional aufgeladen wie die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Im Zentrum der Diskussionen steht dabei meist das am häufigsten diagnostizierte psychiatrische Leiden im Kindes- und Jugendalter, ADHS. Behandelt wird die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung oft mit Medikamenten, das bekannteste davon ist wohl Ritalin. Aber gibt es noch eine andere Art der Hilfe? Und wie soll mit Kindern umgegangen werden, die in der Schule und der Gesellschaft mit ihrem Wesen anecken?

Fünf Prozent leiden an ADHS

Diesen Fragen stellt sich in der nächsten Ausgabe des Talks «Wissenschaft persönlich» nächsten Dienstagabend Susanne Walitza. Die 50-jährige Medizinerin spricht am 3. Dezember in der Stadtbibliothek Winterthur mit Gastgeber Beat Glogger über das Thema ADHS – Echte Störung oder Erfindung der Pharma?» Mit solchen Sorgen und Vorbehalten setzt sich Walitza täglich auseinander. Denn sie ist seit 2008 Ärztliche Direktorin des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Zürich und Professorin an der Uni Zürich.

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» hob Walitza hervor, dass die steigenden Therapien und Abklärungen auf die grössere Offenheit gegenüber psychiatrischen Störungen zurückzuführen seien. «Da besteht natürlich die Gefahr, dass es zu vorschnellen Behandlungen kommt, weil das Wissen darüber in der Bevölkerung gewachsen ist.» Gemäss der Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie leiden rund fünf Prozent der Kinder an ADHS. Etwa zwei Drittel davon würden Ritalin erhalten. «Aus meiner Sicht sollten es keinesfalls mehr sein.»

Michael Hotz

Verlosung

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die nächste Ausgabe von «Wissenschaft persönlich» mit Susanne Walitza am Dienstag, 3. Dezember, in der Stadtbibliothek Winterthur.

Schreiben Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «ADHS» bis Sonntag, 1. Dezember, an: kultur@winterthurer-zeitung.ch

Viel Glück!