Reto Knutti forscht und lehrt seit zwölf Jahren an der ETH Zürich. Foto: René Ruis
1/1 Reto Knutti forscht und lehrt seit zwölf Jahren an der ETH Zürich. Foto: René Ruis
31.10.2019 08:00

Kampf gegen den Klimawandel führt ihn nach Winterthur

Reto Knutti exponiert sich in der Klimadiskussion öffentlich und wird dafür auch angefeindet. Was ihn antreibt, erzählt der ETH-Professor am Dienstag in «Wissenschaft persönlich».

Winterthur Reto Knutti ist der bekannteste Klimaforscher der Schweiz und deshalb ein gefragter Mann. Seit zwölf Jahren forscht und lehrt der Klimaphysiker an der ETH Zürich und warnt in dieser Funktion auch immer wieder vor den bedrohlichen Folgen des Klimawandels. Der Wissenschaftler, der einer der Leitautoren für den letzten und vorletzten Klimazustandsbericht des Weltklimarates IPCC war, möchte die Öffentlichkeit aufklären und sie wachrütteln. Dies will er auch nächsten Dienstag tun, wenn der Klimaforscher am 5. November in der Stadtbibliothek zu Gast im Talk «Wissenschaft persönlich» ist.

In seinen Ausführungen scheut Knutti mittlerweile nicht mehr vor unmissverständlichen Aussagen zurück. Die Schweiz hätte sowohl das Geld, als auch das Wissen, es besser zu machen, schrieb Knutti in einem Beitrag in der «Weltwoche». Allein am Willen fehle es. Als untragbar rügte er dann auch die Position zum Klimawandel des Weltwoche-Chefredaktors und SVP-Nationalrats Roger Köppel. «Die Politik hat versagt», bilanzierte Knutti deshalb bereits im Frühling. Dem Berner Oberländer geht es offenbar zu langsam. Zu zögerlich und zu inkonsequent ergreife die Schweizer Politik Massnahmen gegen die hohen Treibhausgasemissionen.

Von Kritikern angegriffen

Der «zuverlässige Faktenlieferant», wie der «Tagesanzeiger» Knutti einst bezeichnet hat, stützt seine Überzeugungen stets auf wissenschaftlichen Erkenntnissen ab. Weil er sich eben auch politisch äussert und klar Stellung bezieht, gerät der Klimaforscher immer wieder ins Schussfeld von Klimawandelleugnern und wird angefeindet. Regelmässig erhält er verunglimpfende E-Mails, gemäss «NZZ» wurde ihm zudem ein gefälschtes Facebook-Profil angelegt. Auf einer Fake-News-Seite publizierten Unbekannte ein erfundenes Interview mit Knutti, das dann in mehreren Staaten als echte Nachricht verbreitet wurde. Dazu sagte der besonnene Wissenschaftler gegenüber der «NZZ»: «Das macht es natürlich schwierig, in diesem Umfeld eine konstruktive Diskussion darüber zu führen, wie wir die Zukunft unseres Landes und der Welt gestalten wollen.»

Michael Hotz

Verlosung

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die nächste Ausgabe von «Wissenschaft persönlich» mit dem Klimaforscher Reto Knutti am Dienstag, 5. November, in der Stadtbibliothek Winterthur.

Schreiben Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Klimaforschung» bis Sonntag, 3. November, an: kultur@winterthurer-zeitung.ch

Viel Glück!