Teurer dafür robuster: der neue Kunstrasen im Sportpark Deutweg. duf
1/2 Teurer dafür robuster: der neue Kunstrasen im Sportpark Deutweg. duf
Der 100 x 64 Meter grosse Kunstrasen wurde in vier Monaten verbaut. z.V.g
2/2 Der 100 x 64 Meter grosse Kunstrasen wurde in vier Monaten verbaut. z.V.g
24.10.2019 08:00

Kunstrasen beim Sportpark Deutweg eingeweiht

Der FC Tössfeld spielte am Mittwoch seinen ersten Match auf dem neuen Kunstrasen im Sportpark Deutweg. Dieser hat in Winterthur Zukunft, wie Sportamtleiter Dave Mischler erklärt.

Winterthur Mit dem Drittligaspiel gegen den FC Schwamendingen hat der FC Tössfeld gestern im Beisein geladener Gäste aus Politik und Sport das neue Kunstrasenfeld auf der Anlage Deutweg eingeweiht. Bereits Mitte April beantragte der Stadtrat beim Gemeinderat einen entsprechenden Kredit für den Umbau der einen Rasenfläche auf der Seite Hörnlistrasse im Sportpark Deutweg. 1.98 Millionen Franken kostete die Umgestaltung, die nach viermonatiger Bauzeit fertiggestellt wurde.

Obwohl gewisse Sportvereine wohl aufgrund der kälteren Temperaturen auch auf die Halle ausweichen werden, hat man laut Sportamtleiter Dave Mischer den Einweihungszeitpunkt bewusst auf die Wintersaison gewählt. «Die Naturrasenplätze sind bei Kälte kaum bespielbar. Das Fernziel ist zudem, dass möglichst keine Hallen durch Fussballer im Winter belegt werden.» So schaffe man Platz für Vereine, die lediglich indoor trainieren würden.

Fussballplatzmanko decken

Weitere Vorteile liegen für Mischler auf der Hand. «Kunstrasen können viel intensiver genutzt werden als Naturrasen. Wir gehen von etwa 2000 Stunden pro Jahr aus, wohingegen es auf natürlichem Untergrund etwa 800 Stunden sind.» Dank ihrer Wetterresistenz seien sie ganzjährig bespielbar, was die grosse Nachfrage befriedige.

«Alle Fussballclubs führen Wartelisten, weil auch der Mädchen- und Frauenfussball immer grössere Wachstumszahlen aufweist. Wir haben in Winterthur schlicht zu wenig Rasenfläche», bemängelt Mischler. Mit der Umstellung auf Naturrasen wirke man diesem Problem entgegen.

Aufwändig und teuer

Obwohl Winterthur bereits über drei Kunstrasen verfügt, ist der im Deutweg verbaute ein Novum. Denn dieser kommt ohne die Verwendung von Gummigranulat aus. Dessen feine Körnchen werden oft durch Sportler oder beim Schneeräumen aus der Anlage getragen, was höhere Reinigungs- sowie Nachgranulierungskosten verursacht. Dies soll beim gestern eröffneten Kunstrasen ausbleiben.

Erfahrungswerte was Pflege und Unterhalt des neuen Materials betrifft würden aber noch fehlen. «Der Pflegeaufwand ist vermutlich ähnlich wie beim Naturrasen. Beide Kunststoffsysteme müssen gebürstet werden», so Mischler. Jedoch koste ein Kunstrasen rund doppelt so viel wie ein natürlicher.

Künftig weitere Kunstrasen geplant

In einigen Fussballvereinen sind zudem künstliche Rasenflächen nach wie vor verpönt. Auch FC Tössfeld-Trainer Thomas Dürsteler sagte im April zur «Winterthurer Zeitung», dass man für das Fussballtraining den Naturrasen bevorzuge, die Argumente der Stadt jedoch nachvollziehen könne. Diesen Wunsch bestätigt auch Mischler. «Grundsätzlich spielen viele Fussballer nach wie vor lieber auf Naturrasenplätzen.

Die grosse Erwartung aller Fussballvereine ist aber, dass ihnen beide Systeme zur Verfügung stehen.» Daher sei es das Ziel, dass möglichst auf allen Fussballanlagen irgendwann ein Kunstrasenplatz zur Verfügung stehe. Der nächste sei auf dem Sportplatz Sporrer in Wülflingen im Jahr 2022 geplant.

Fabrice Dubler