«photo now» ist seit gestern Mittwoch in den Archhöfen. Foto: Fabrice Dubler
1/1 «photo now» ist seit gestern Mittwoch in den Archhöfen. Foto: Fabrice Dubler
23.05.2019 07:30

Nachfolger von Foto Glattfelder eröffnet in den Archhöfen

Im November ging FotoPro Konkurs und löste auch die Winterthurer Filiale Glattfelder auf. Nun eröffnet Peter Hunziker vom gleichnamigen Fotoladen aus Schaffhausen ein neues Geschäft in den Archhöfen.

Winterthur Ein halbes Jahr, ist es her, seit die FotoPro Filiale Glattfelder an der Marktgasse schliessen musste. Seither steht der Ladenleer. Laut der Vermieterin Flury Real Estate AG zieht ab September ein Schweizer Grosskonzern in die Räumlichkeiten ein. Alternativ eröffnet in den Archhöfen nun ein neues Fotogeschäft. Wir fragten bei Geschäftsführer Peter Hunziker, der bereits in Schaffhausen ein Fotoladen führt, nach, wie er die Chancen für «photo now» sieht.

Peter Hunziker, was überzeugt Sie, dass «photo now» trotz des schwierigen Marktes funktionieren wird?

Wir sehen in unserem Stammgeschäft in Schaffhausen, dass es trotz Online-Angeboten einem Bedürfnis entspricht, über ein Fotogeschäft mit niederschwelligem Angebot zu verfügen. Als wir Ende März die Liquidation von Glattfelder durchführten, bekamen wir zudem viele Rückmeldungen von Kunden, die unser Projekt freudig begrüssten. Ein Fotogeschäft kann durchaus Emotionen wecken, jedenfalls spätestens, wenn es verschwindet.

Was unterscheidet Ihr Konzept von anderen Fotoläden?

«photo now» ist keine Kopie, der sich auflösenden grossen Fotogeschäfte. Unser Konzept lässt sich als «Fotofachgeschäft light» umschreiben. Wir müssen Miet- und Personalkosten vor allem mit Dienstleistungen verdienen. Passbilder und Bewerbungsfotos ohne Voranmeldung sowie Laborarbeiten, Reportagen und Digitalisierungen zählen dazu. Wir versuchen dabei auch gewerbliche Kunden für unsere Leistungen zu gewinnen. Der Handel mit Kameras und Zubehör spielt im Vergleich zu den untergegangenen Betrieben eine untergeordnete Rolle. Das Sortiment ist deshalb deutlich kleiner und umfasst ausgewählte analoge und digitale Produkte. In den nächsten Monaten gilt es, die Wünsche des Winterthurer Publikums kennenzulernen und unseren Produktemix daran zu orientieren.

Bei Foto Glattfelder war auch die exponierte Lage mit horrenden Mieten ein Problem. Könnte das in einem Einkaufscenter wie den Archhöfen nicht auch passieren?

Tatsächlich ist es offensichtlich, dass an den besten Lagen die Mietpreise exorbitant hoch sind. Das Resultat sind aber auch immer mehr Leerstände. Das heisst, die Retailflächen mögen dort «wertvoll» sein, sie bringen aber keine Einnahmen mehr. Mit den Archhöfen an zentraler Lage beim Bahnhof, haben wir einen Vermieter gefunden, der meines Erachtens die Zeichen der Zeit erkannt hat, und uns faire Konditionen offeriert. Während man den Niedergang von FotoPro an der Marktgasse wenigstens zum Teil auf den hohen Mietaufwand zurückführen kann, darf ich sagen, dass «photo now» sicher nicht an dieser Hürde scheitern wird. Es hängt davon ab, wie gut unser Angebot hier angenommen wird. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass wir bald viele Winterthurer in den Archhöfen persönlich kennenlernen werden.

Interview: Fabrice Dubler