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14.02.2019 07:33

Pensionskasse in Not

Winterthur Das schlechtes Anlagejahr 2018 hat die Pensionskasse der Stadt Winterthur weiter in Bedrängnis gebracht. Die betroffenen Gewerkschaften, darunter der Polizeibeamtenverband (PBV) der Stadt Winterthur, schlagen aufgrund eines Deckungsgrades von unter 90 Prozent Alarm. Wir haben bei Rafael Benz, Vorstandsmitglied des PBV, nachgefragt.

Die Pensionskasse hat ein Loch von 220 Mio Franken, 144 Mio Franken werden dringend benötigt, warum gibt weder der Grosse Gemeinderat noch das Volk grünes Licht, bei wem liegt der Ball?

Rafael Benz: Der Ball liegt bei der Aufsichtskommission, dies ist die vorberatende Kommission des Grossen Gemeinderates.

Was passiert, wenn der GGR beziehungsweise das Volk die Sanierung nicht durchwinkt?

Dann wird es schwierig bis unmöglich, innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 5-7 Jahre (maximal 10 Jahre), die Kasse zu sanieren. Es wäre sehr wahrscheinlich, dass die Sanierungsbeiträge erhöht und die Verzinsung der Altersguthaben auf null Prozentgesenkt würden. Das würde voll den Arbeitnehmer treffen und diesen sehr belasten. (Die Sanierungsbeiträge natürlich auch den Arbeitgeber)

Mit Barbara Günthard-Maier sitzt die oberste «Polizistin» im Stadtrat, konnte auch sie sich nicht für deutlich mehr als die 144 Mio beantragten Franken einsetzen?

Der Gesamtstadtrat hat sich geschlossen hinter den Antrag im Grossen Gemeinderat gestellt. Wir wissen nicht, welcher Stadtrat sich in seinen Fraktionen wie stark eingesetzt hat. Das müssen Sie Frau Günthard-Maier fragen.

Finanzielle Sicherheit im Alter ist existenziell, sind bei weiteren Verzögerungen Massnahmen oder gar Streiks denkbar, um Druck zu machen?

Weitere Massnahmen müssten sicherlich geprüft werden, wir haben aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ein Streik kommt bei uns aber eher nicht in Frage, da dies immer die Gefahr mitbringt, dass die Sicherheit der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist, und das wollen wir nicht.

Interview: gs