Peter Pfändler gastiert mit seinem Programm "fadegrad und ungeschminkt" in Winterthur.
1/2 Peter Pfändler gastiert mit seinem Programm "fadegrad und ungeschminkt" in Winterthur.
Peter Pfändler gastiert am 22. November im Theatersaal des Restaurants Strauss in Winterthur.
2/2 Peter Pfändler gastiert am 22. November im Theatersaal des Restaurants Strauss in Winterthur.
10.10.2019 07:00

Peter Pfändler im Alleingang unterwegs

Seit letztem Jahr ist der Winterthurer Comedian Peter Pfändler mit seinem ersten Solo-Programm auf Schweizer Tournee. Und dies mit grossem Erfolg. In Winterthur macht er bereits zum zweiten Mal Halt.

Winterthur 20 Jahre lang stand Peter Pfändler mit seinem Bühnenpartner Cony Sutter als das Duo «Sutter&Pfändler» auf der Bühne. Nach dessen Aus ist er nun mit seinem ersten Solo-Programm «fadegrad und ungeschminkt» in der Schweiz unterwegs. Im Interview erzählt Pfändler, wie es ist, alleine auf der Bühne zu stehen und verrät zudem sein Ritual, welches er vor seinen Auftritten praktiziert.

Sie sind nun seit knapp einem Jahr mit Ihrem ersten Solo-Programm auf Schweizer-Tournee. Was ist Ihr Fazit bis jetzt?

Die Tournee ist enorm erfolgreich, in mehrerer Hinsicht: Anfänglich war ich unsicher, ob meine Gags den Geschmack des Publikums treffen. Die vielen Lacher und «Standing Ovations» machen mich sehr glücklich. Erfolgreich auch, weil ich in den etablierten Theatern und auf den bekannten Comedybühnen spielen darf. Dass ich bereits mit diesem Soloprogramm ans Arosa Humorfestival eingeladen wurde und im Tschuggenzelt die Menschen unterhalten darf, ist die Krönung für mich. Und besonders erfolgreich, weil ich ein Team um mich habe, das täglich beflügelt.

Wird es für Sie als Künstler nach 40 gezeigten Shows nicht langsam langweilig, immer das Gleiche zu spielen?

Würde ich es immer gleich spielen, wäre es wirklich langweilig. Ich bin Comedian und nicht ein «Programmrunterspuler». Ich passe mich in jeder Vorführung den aktuellen Tagesthemen an, schnappe Dinge oder Reaktionen aus dem Publikum auf. Deshalb wird jeder Abend zu einem Unikat. Oft so überraschend, dass ich selber ob den unerwarteten Situationen herzhaft lachen kann.

Was erwartet uns bei Ihrem Programm «fadegrad und ungeschminkt»?

Es ist ein kunterbuntes Gemisch von Alltagssituationen, angereichert mit Musik, Showeffekten, Gesang und Tanz. Am meisten Freude habe ich an der multimedialen Komponente: Auf zwei Bildschirmen werden Filme und Effekte eingeblendet. So kann ich weitere Charaktere ins Programm einbauen und mit ihnen interagieren. Und das grosse Finale ist eine Hommage an die grosse Literatur bzw. Schauspielerei, ein Highlight mit Gags im Sekundentakt.

Was hat es mit dem Namen auf sich?

Es gibt Figuren in meiner Show, die genau das sagen, was sie denken. Und das ist sehr «fadegrad und ungeschminkt».

Wie schnell haben Sie sich daran gewöhnt, nun allein, ohne Ihren langjährigen Partner Cony auf der Bühne zu stehen?

Zu Anfang fehlte mir auf jeden Fall der Bühnenpartner. Wir warten ja fast 20 Jahre ein Team.  So musste ich mich neu erfinden und schon bald klappte es, als wäre ich immer alleine auf der Bühne gestanden. Das Publikum hat mich zudem sehr getragen. Die Umstellung fand im Kopf schon vor der Premiere statt, ich war gezwungen, anders zu agieren. Schön zu sehen, dass es richtig funktioniert.

Mit über 1500 Bühnenshows haben Sie schon einiges an Erfahrung gesammelt in den letzten 20 Jahren. Gehen Sie heute gelassener auf die Bühne?

Ich kann besser mit Nervosität umgehen, weiss Situationen schneller einzuschätzen. Würde ich aber kein Kribbeln mehr vor einer Show verspüren, müsste ich aufhören. Dann wäre ich nur noch aus Routine auf der Bühne, nicht mehr aus Freude. Und das ist dem Publikum gegenüber unfair.

Haben Sie ein Ritual, bevor es auf die Bühne geht?

In der Garderobe konzentriere ich mich einige Sekunden in einer Art Power-Meditation und gehe die ersten paar Szenen durch, mache dazu Atemübungen. Der Anfang muss stimmen, sonst läuft eine Show harzig weiter. Direkt hinter dem Vorhang suggeriere ich mir, vor dem Publikum zu stehen und sie zum Lachen bringen zu dürfen. Deshalb sage ich immer: Meine Shows sind eine Win-win-Situation für das Publikum und auch für mich.

Peter Pfändler spielt am Freitag, 22. November um 20 Uhr im Theatersaal des Restaurants Strauss in Winterthur. Infos & Tickets: www.peter-pfändler-comedy.ch