Das ausgelegte Splitt vermischt mit Strassendreck lässt die Fussgängerpasserelle momentan sehr ungepflegt erscheinen.
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14.02.2019 08:00

Schlam(m)assel auf der Bahnhofsüberführung

Die provisorische Bahnhofsüberführung der Baustelle «Rampe21» über den Winterthurer Gleisen gleicht seit ein paar Wochen einem Schlachtfeld. Matsch, Dreck und Splitt sorgen für ordentlich Ärger und schmutzige Schuhe.

Winterthur Über 100'000 Pendler gehen täglich im Bahnhof Winterthur ein und aus. Schätzungsweise 10'000 davon überqueren die provisorische Passerelle über den Geleisen im nördlichen Teil des Bahnhofes. Wahrscheinlich genauso viele Personen müssen sich momentan im Anschluss ebendieser Überquerung die Schuhe putzen, bevor sie das Büro betreten. Vor allem bei schlechter Witterung gleicht die Oberfläche der Holzbaute regelrecht einem Schlachtfeld aus Matsch, Dreck und Splitt. Für Besucher und Touristen bietet sich damit nicht gerade ein positiver erster Eindruck, der sonst sauberen und schönen Stadt Winterthur. Sollte der Bahnhof nicht eigentlich als Visitenkarte dienen?

«Es sieht einfach furchtbar ungepflegt aus»

Auch auf der Online-Plattform «Stadtmelder» der Stadt Winterthur ging Anfang Woche eine Meldung ein von einem Gegner des Splitts auf der Fussgängerpasserelle. «Das Streugut sollte ersetzt werden», schreibt der Unbekannte. «Es ist viel zu grob, man rutscht dennoch, es verschmutzt Schuhe und Züge unnötig und es hinterlässt Schäden am Schuhwerk.» Ebenfalls bemängelt der Schreiber, dass Rollkoffer getragen werden müssen, da sonst die Rollen des Gepäckstücks ruiniert würden. Dies sei ihm selber durch verkantete Steine bereits passiert. Zudem würde das Ganze einfach «furchtbar ungepflegt» aussehen.

Putzequipe ist im Einsatz

Ein solches Schlam(m)assel lasse sich laut der SBB, welche für die Passerelle verantwortlich ist, leider nicht vermeiden. «Das Auslegen von Splitt gehört zur normalen Massnahme während den Wintermonaten, um den Boden rutschfest zu machen», sagt Mediensprecher Reto Schärli. «Auch auf den Perrons, wo sich Eis bilden könnte, wird entweder gesalzen oder Splitt ausgelegt.» Wenn es schneit, oder die Strassen nass sind, liesse sich nicht vermeiden, dass der Dreck in den Bahnhof übertragen würde. Eine Putzequipe sei zwar täglich im ganzen Bahnhof unterwegs, auch die nördliche Überführung würde täglich gereinigt und von liegengebliebenen Abfall befreit. «Aufgrund des Splitts kann jedoch der Boden nicht ausführlich gewischt werden», so Schärli.

Salz würde Holz auffressen

Hätte man sich für die Variante des Salzens entschieden, wäre regelmässiges Wischen zwar möglich, jedoch mache dies auf der Überführung laut Schärli wenig Sinn: «Durch die eher glatte Oberfläche und den regen Personenverkehr würde das Salz zu schnell abgewaschen. In Folge dessen müsste man viel häufiger salzen.» Zudem würde das Salz das Holz kaputt machen.

Nun bleibt zu hoffen, dass der Winter bald vorbei ist und die Pendler im Frühling die steilen Holzstufen wieder mit sauberem Schuhwerk verlassen können.

Marina Persano