Der Markt während den Afro-Pfingsten ist selbstragend. Mit den jährlich 50'000 Franken wird neben dem Konzertprogramm in der Reithalle und den beiden Openair-Bühnen am Markt auch die kostenlos angebotene Strassenkunst subventioniert. Foto: Fabrice Dubler
1/1 Der Markt während den Afro-Pfingsten ist selbstragend. Mit den jährlich 50'000 Franken wird neben dem Konzertprogramm in der Reithalle und den beiden Openair-Bühnen am Markt auch die kostenlos angebotene Strassenkunst subventioniert. Foto: Fabrice Dubler
05.12.2019 08:00

Stadt sichert Gelder für die Afro-Pfingsten vertraglich zu

Das Parlament hat einem Subventionsvertrag zwischen Stadt und Afro-Pfingsten zugestimmt. Bis 2022 bekommt das Festival nun jährlich 85'000 Franken. Das Geld kommt vor allem dem Kulturprogramm zugute.

Winterthur Grosses Aufatmen bei den Veranstaltern der Afro-Pfingsten: Das Parlament stimmte vergangenen Montagabend an der letzten Ratssitzung dem Subventionsvertrag zwischen der Stadt Winterthur und dem Förderverein «Eine Welt» zu. Die Stadt zahlt den Afro-Pfingsten ab diesem Jahr bis 2022 jährlich 50'000 Franken für die Durchführung. Dazu werden dem Festival pro Jahr Kosten und Gebühren in der Höhe von 35'000 Franken erlassen. Der Stadtrat kann anschliessend die Betragsleistungen für maximal zwei weitere Jahre bewilligen. Danach überprüft der Gemeinderat den Vertrag aufs Neue. Dies wird dann im Rahmen einer Gesamtbeurteilung aller befristeten Subventionsverträge mit den hiesigen kulturellen Organisationen geschehen.

Bei den Afro-Pfingsten ist man glücklich, dass die bereits im April 2018 beantragte Vereinbarung nun steht. Daniel Bühler, der das Festival jahrelang organisiert, die Leitung aber 2018 abgegeben hat, sagt: «Endlich ist der Vertrag da, es war höchste Zeit dafür. Das gibt den Veranstaltern die dringend benötigte Planungssicherheit.» Erleichtert gibt sich Bühlers Nachfolgerin Karin Gubler: «Ohne dieses Geld wäre es nicht möglich, die Afro-Pfingsten in dieser Qualität und mit diesem Konzertprogramm anzubieten.»

Kulturprogramm ist defizitär

Finanziell unterstützt wird mit den 50'000 Franken nur der Kulturteil der Afro-Pfingsten. Dazu gehören die kostenpflichtigen Konzerte mit aussereuropäischer Weltmusik in der Reithalle, das gratis angebotene Musikprogramm auf zwei Openair-Bühnen auf dem Marktgelände sowie die Strassenkunst bei den Marktständen. «Dieses Angebot ist defizitär», sagt Gubler. «Die Subventionsgelder von Stadt und Kanton sowie des Südkulturfonds des Bundes leisten einen substanziellen Beitrag, um dieses Defizit tragbar zu machen.» Gemäss Weisung zur Genehmigung des Vertrags betrugen die Aufwände 2017 und 2018 für das kulturelle Angebot 400'000 respektive 640'000 Franken.

Verknüpft ist der Subventionsvertrag mit einem Leistungsauftrag, der im Kern Eckwerte für das Weltmusik-Festival enthält. Teil der Verpflichtung ist neben dem Konzertprogramm auch der multikulturelle Markt mit rund 270 Ständen in der Winterthurer Altstadt. Für diesen erlässt die Stadt einen Teil der Gebühren: eben diese 35'000 Franken. Dadurch kann der Markt gemäss der Afro-Pfingsten-Leiterin Gubler kostendeckend betrieben werden und einen Teil der Kosten des Kulturteils quersubventionieren.

30-Jahr-Jubiläum im 2020

Die Stadt hat die Afro-Pfingsten bereits in den Vorjahren finanziell unterstützt. Deshalb lassen die neu vertraglich zugesicherten Subventionen keine grossen Sprünge zu. «Wir wollen die Afro-Pfingsten nicht grundsätzlich verändern», so Gubler. Das Team fokussiere sich zurzeit auf einige Verbesserungen und das anstehende Jubiläum. Denn nächstes Jahr findet die 30. Ausgabe des Festivals statt.

Michael Hotz