Der Blumenstand von Claudia Heid beim Rosenberg bleibt vorerst zu. z.V.g
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Claudia Heid ist empört.  z.V.g
2/2 Claudia Heid ist empört. z.V.g
31.10.2019 07:30

Unehrliche Grabschmuck-Käufer treiben Blumenstand in den Ruin

Über mehrere Monate bedienten sich Kunden beim Blumenverkaufsstand von Claudia Heid beim Friedhof Rosenberg teils ohne den erworbenen Grabschmuck zu bezahlen. Nun hat die Besitzerin den Stand vorübergehend geschlossen.

Winterthur Die Vorstellung ist mehr als dreist, dass man seinen verstorbenen Angehörigen zwar die letzte Ruhestätte mit Blumen und Kerzen dekorieren, jedoch nicht dafür bezahlen möchte. So geschehen auf dem Friedhof Rosenberg, wo Claudia Heid seit zweieinhalb Jahren ihr Blumengeschäft führt. Ausserhalb der Öffnungszeiten betrieb sie auch einen Selbstbedienungsstand für Grabschmuck. Ins bereit gestellte Kässeli sollten die Kunden den genauen Betrag einwerfen.

Doch genau das ist laut Heid kürzlich kaum mehr passiert: «In den letzten Monaten wurde etwa die Hälfte der Ware nicht bezahlt. Als dann letzten Freitag das komplette Kerzenangebot im Wert von 150 Franken weg war und wir nur 45 Franken in der Kasse fanden, musste ich die Reissleine ziehen und den Stand schliessen.» Insgesamt seien der Blumenladenleiterin durch die Unehrlichkeit gewisser Kunden so mehrere tausend Franken entgangen.

Neues Konzept geplant

Sie habe auch schon eine Dame erwischt, die dann behauptet habe, bezahlt zu haben. «Als wir in den Safe nachschauen gingen, hörten wir, wie sie das Geld noch schnell einwarf», erzählt Heid. Gründe sieht die Jungunternehmerin verschiedene. «Einerseits macht Gelegenheit Diebe. Wir hörten aber auch von Kunden, die sich über die höheren Preise als im Supermarkt beschwerten.» Wer das Geld nicht passend hätte, würde zudem dann einfach zu wenig einwerfen.

Diesem Problem sei man bereits mit der Möglichkeit begegnet, die Ware auch per Twint zu zahlen, was aber aufgrund der älteren Kundschaft kaum genutzt worden sei. Anzeige habe sie noch keine erstattet. «Ich glaube auch weiterhin an das Gute im Menschen. Aber es erschüttert mich schon, wie unverfroren einzelne Friedhofbesucher sind», sagt Heid. Der Stand bleibe vorerst leer. Eine neue Selbstbedienungslösung mit einem Kerzenautomaten sei aber angedacht.

duf