Bild: Andy Mettler
Beim Eidgenössischen Schwing- und Äplerfest in Zug zeigte der Tösstaler Urs Hutmacher seine grosse Klasse.
1/1 Bild: Andy Mettler Beim Eidgenössischen Schwing- und Äplerfest in Zug zeigte der Tösstaler Urs Hutmacher seine grosse Klasse.
05.09.2019 07:00

Urs Hutmacher mischt die Steinstoss-Szene auf

Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug demonstrierte der Zürcher Oberländer Urs Hutmacher seine grosse Klasse. Dies bewiesen seine Finalresultate.

Steinstossen Beim Steinstossen mit dem 20 kg-Stein wurde Urs Hutmacher hervorragender Zweiter – mit dem 83.5 kg-Stein erreichte der Zürcher Oberländer den tollen fünften Schlussrang. Der 25-jährige Urs Hutmacher ist gelernter Automatiker, jetzt Systemtechnikstudent im fünften Semester an der ZHAW Winterthur.

Urs Hutmacher, waren Sie zufrieden mit Ihren Leistungen in Zug?

Ja sehr. Mit dem zweiten Rang mit dem 20 kg-Stein (8.88 m) habe ich meine bisherigen Bestleistungen aus der Qualifikationen und der Vorrunde um über 40 cm übertroffen, was mich sehr gefreut hatte. Auch mit dem Unspunnenstein bin ich mit dem 5. Schlussrang überaus zufrieden.

Wie kamen Sie zum Steinstossen?

An den Turnfesten wird Steinstossen angeboten, dadurch habe ich es gekannt und ein- zweimal gemacht. Fasziniert dafür habe ich mich – als unser damaliger Oberturner (TV Wislig) und jetziger Leichtathletiktrainer (LV Winterthur) Dario Meier anfragte – ob wir ans ESAF 2013 nach Burgdorf gehen wollen. Einige liessen sich begeistern und so kam es zu meinem ersten reinen Steinstosswettkampf. Und zur ersten Begegnung mit einem schwereren Stein als 12.5 Kg, wie dies im Turnsport üblich ist. Damals brachte ich den Unspunnen-stein noch nicht über Kopf, er landete nach 1.72 m im Sand und den 20 kg Stein brachte ich auf nur 5.99 Meter.

Was braucht es, um in dieser Sportart ganz vorne zu sein?

Es braucht meiner Meinung nach eine Mischung aus Technik, Kraft und Schnelligkeit.

Wie trainieren Sie, haben Sie diverse Steine?

Ja, wir haben im Verein diverse Steine bis 22.5 kg. Darüber habe ich mir einen 40 kg-Stein gesucht und einen 82 kg-Stein vom ehemaligen Turner- und Steinstösser Urs Rummeli aus unserem Verein erhalten. Des Weiteren habe ich mir eine Langhantelstange mit Gummischeiben angeschafft, bei der ich das Gewicht variieren kann. Diese Stange fliegt ab und zu auch durch die Luft.

Betreiben Sie beim TV Wislig noch andere Sportarten?

Ja klar, vor allem andere Sportarten. Ich und ein Kollege sind die Einzigen, die aktiv Steinstossen. Der TV Wislig hat ein breites, abwechslungsreiches Angebot für jedermann. Wir waren die grösste 10-Kampf-Riege am Eidgenössischen Turnfest in diesem Jahr. Ich selbst bin bei diversen Sportarten aktiv dabei, ausser bei der Sprungsektion und dem Grümpelturnier, das liegt mir nicht und die Verletzungsgefahr ist mir zu gross.

Sie betreiben ja auch Kugelstossen bei der LV Winterthur (LVW). Welche Ziele haben Sie beim Kugelstossen?

Mein Ziel ist es sicherlich, mich unter die nationalen Top 5 hochzuarbeiten und an den nationalen Meisterschaften meine Leistungen abrufen zu können. Am 14. September sind wir an den Teamschweizermeisterschaften in Bern im «Wankdorf» anzutreffen, wo ich im Kugelstoss- und im Speerwurfteam dabei bin und wir die Top 3 anstreben. Mein Fokus des Trainings in der LVW ist das Kugelstossen, jedoch möchte ich ein «Allroundwerfer» bleiben und trainiere auch sporadisch Speer, Diskus und Hammer. Mein Ziel ist es, mich in allen vier Disziplinen für die SM zu qualifizieren.

Haben Sie noch diverse weitere Hobbys?

Mein Studium. Nein, Spass bei Seite. Ich mache gerne noch etwas in unserer Werkstatt zu Hause. Jedoch bleibt für das leider praktisch keine Zeit mehr.

Interview: Robert Blaser