Ist seit dem ersten Kontakt mit einer Geige fasziniert davon: Geigenbauer Andreas Bühler.
1/7 Ist seit dem ersten Kontakt mit einer Geige fasziniert davon: Geigenbauer Andreas Bühler.
Aus diesen Holzscheiten entsteht nach vielen Arbeitsstunden tatsächlich eine Geige. Meist wird für den Bau eines Streichinstrumentes Ahorn- oder Fichtenholz verwendet.
2/7 Aus diesen Holzscheiten entsteht nach vielen Arbeitsstunden tatsächlich eine Geige. Meist wird für den Bau eines Streichinstrumentes Ahorn- oder Fichtenholz verwendet.
Anhand solcher Vorlagen und Schablonen wird der Rohbau der Geige erstellt. Andreas Bühler vergleicht diese Hilfsmittel gerne mit einem Gehstock.
3/7 Anhand solcher Vorlagen und Schablonen wird der Rohbau der Geige erstellt. Andreas Bühler vergleicht diese Hilfsmittel gerne mit einem Gehstock.
Die sogenannten «Zargen» werden mit hoher Hitze und Wasser zurechtgebogen und an die Unter-, Ober- sowie Eckklötze geleimt. Die Klötze geben der Geige den nötigen Halt.
4/7 Die sogenannten «Zargen» werden mit hoher Hitze und Wasser zurechtgebogen und an die Unter-, Ober- sowie Eckklötze geleimt. Die Klötze geben der Geige den nötigen Halt.
Mit Wölbungshobeln wird nun die Aussenwölbung hergestellt. Die Feinarbeit erfolgt mit sogenannten «Ziehklingen». Viel Fingerspitzengefühl ist nötig, um die Einlagen (Adern), welche wenige Millimeter vom Rand eingeritzt werden, mit feinen Holzspänen auszufüllen.
5/7 Mit Wölbungshobeln wird nun die Aussenwölbung hergestellt. Die Feinarbeit erfolgt mit sogenannten «Ziehklingen». Viel Fingerspitzengefühl ist nötig, um die Einlagen (Adern), welche wenige Millimeter vom Rand eingeritzt werden, mit feinen Holzspänen auszufüllen.
Ein sehr wichtiger Bestandteil der Geige ist der Bassbalken. Dies ist eine schmale Leiste aus Fichtenholz, die exakt in die Innenwölbung der Decke eingepasst werden muss. Sie hat grossen Einfluss auf den Klang der Geige, da sie für die Schwingungen mitverantwortlich ist.
6/7 Ein sehr wichtiger Bestandteil der Geige ist der Bassbalken. Dies ist eine schmale Leiste aus Fichtenholz, die exakt in die Innenwölbung der Decke eingepasst werden muss. Sie hat grossen Einfluss auf den Klang der Geige, da sie für die Schwingungen mitverantwortlich ist.
Das Herzstück der Geige ist der Kopf - die sogenannte «Schnecke». An dessen Formung und Gestaltung hat der Geigenbauer die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Schnecke ist quasi ein Stück Persönlichkeit des Geigenbauers.
7/7 Das Herzstück der Geige ist der Kopf - die sogenannte «Schnecke». An dessen Formung und Gestaltung hat der Geigenbauer die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Schnecke ist quasi ein Stück Persönlichkeit des Geigenbauers.
07.11.2019 07:20

Vom rohen Holzscheit zur fertigen Geige

Andreas Bühler baute Geigen, bevor er sie überhaupt spielen konnte. Das Handwerk erlernte er vor rund 25 Jahren, seit knapp zwei Jahren baut, repariert und restauriert er die Streichinstrumente in Winterthur.

Am Rande der Altstadt, hinter dem Technikum an der Rosenstrasse, repariert und restauriert Andreas Bühler Geigen, Bratschen oder Cellos. Vor bald zwei Jahren konnte er das Atelier von Daniel Heer übernehmen und sich damit selbstständig machen. Dass der Geigenbau einmal sein Beruf werden würde, ahnte er in den 90er Jahren noch nicht. Damals arbeitete er als Hochbauzeichner und hatte mit dem Streichinstrument noch nichts am Hut. Als Bühler dann zum ersten Mal die Geige seiner Nachbarin in den Händen hielt, war er jedoch sofort fasziniert von deren Form.

Die Neugierde liess ihn nicht los - Bühler wollte wissen, wie dieses Ding von innen aussah. «Also kaufte ich mir eine Geige auf dem Flohmarkt und nahm sie einfach auseinander», schmunzelt er. Durch verschiedene Literatur informierte er sich über das Instrument und deren Aufbau, und begann mit diesem Wissen, seine erste Geige zu bauen - ohne dass er dieses Instrument überhaupt spielen konnte.

«Lange war diese Bastelei nur ein Hobby», bemerkt Bühler. Mehr durch Zufall ergab es sich, dass er Mitte der 90er Jahre dann die Ausbildung zum Geigenbauer antrat. Das Spielen des Streichinstrumentes erlernte der damals 25-Jährige erst während dieser Zeit. Und auch heute findet er das Bauen, Reparieren und Restaurieren der Geige noch immer spannender, als das Spielen selber. Er sei eben eher der Werker als der Musiker, sagt er lachend. «Um ein bisschen etwas vorzuspielen, damit der Kunde den Klang des Instrumentes hört, reicht mein musikalisches Talent aber schon.»

Um eine fertige Geige in den Händen zu halten, wären laut Bühler einige Arbeitsstunden nötig. Für ein Exemplar sei ein Geigenbauer schätzungsweise einen Monat beschäftigt. Geduld, Sorgfalt und vor allem viel Fingerspitzengefühl gehören zu den nötigen Fähigkeiten eines jeden Geigenbauers.

Marina Persano

Weitere Geigenbauer in der Region:

Carballo Geigenbau AG, Winterthur

Geigenbau-Atelier Kuhn, Diessenhofen