Spezialfall Winterthur: Während 2019 im Kanton und in der Stadt Zürich die E-Bike-Unfälle zugenommen haben, sind sie in der Eulachstadt rückläufig. Symbolfoto: studio4pic/stock.adobe
1/1 Spezialfall Winterthur: Während 2019 im Kanton und in der Stadt Zürich die E-Bike-Unfälle zugenommen haben, sind sie in der Eulachstadt rückläufig. Symbolfoto: studio4pic/stock.adobe
12.03.2020 06:00

Weniger E-Bike-Unfälle in Winterthur

In Winterthur sind die Menschen noch vermehrt mit dem klassischen Velo unterwegs. Während im Kanton 2019 die Unfälle mit Elektrofahrrädern gegenüber 2018 zugenommen haben, verhält sich die Stadt entgegen dem Trend. Die Polizei setzt weiter auf Prävention.

Winterthur/Kanton Die Stadt Winterthur schert aus – und zwar in positiver Weise. Auf dem Stadtgebiet verzeichnete die Stadtpolizei letztes Jahr mit 37 Fällen eine Abnahme bei Unfällen mit E-Bikes. Damit wurde ein mehrjähriger Trend gebrochen. 2016 waren es noch 17 Elektrovelo-Unfälle, das Jahr darauf bereits 32. Der Höchststand wurde 2018 mit 42 Vorfällen erreicht. Dieser Rückgang in Winterthur verläuft entgegen der Entwicklung in der Stadt Zürich und dem ganzen Kanton. In der Limmatstadt stiegen die Unfälle mit E-Bikes 2019 gegenüber dem Vorjahr um 20 auf total 109. Der Kanton verzeichnete letztes Jahr inklusive der Angaben der beiden Grossstädte 405 E-Bike-Unfälle (2 davon endeten tödlich), was 45 mehr sind als 2018.

Mehr Unfälle wegen gutem Wetter

Als einer der Gründe für den kantonalen Anstieg nannte Frank Schwammberger, Chef Verkehrspolizei, an der gestrigen Medienorientierung zur Verkehrsunfallstatistik 2019 das gute Wetter. Weil 2019 ein trockenes und heisses Jahr gewesen sei, seien die Menschen auch vermehrt mit E-Bikes gefahren. «Mehr Kilometer bedeuten mehr Unfälle.» Zudem stelle die Kantonspolizei fest, dass Elektrovelos vermehrt auch für den Arbeitsweg genutzt würden.

Den «Spezialfall Winterthur» bezeichnete Daniel Beckmann von der Stadtpolizei Winterthur als erfreuliche Entwicklung. Er wies aber auch darauf hin, dass sich die Abnahme bei E-Bike-Unfällen durchaus «im Rahmen der statistischen Unsicherheit» liegen könne. «Aber auf Winterthurer Strassen ist der klassische Veloverkehr noch klar in der Überzahl», merkte Beckmann an.

Wohl gerade weil in Winterthur viele Menschen mit dem «normalen» Fahrrad unterwegs sind, stieg 2019 die Zahl der Velounfälle an. Nach einem Rückgang 2018 verzeichnete die Stadtpolizei letztes Jahr ein neues Rekordhoch von 149 Unfällen mit Fahrrädern.

«Mached Sie's besser!»

Um Velo- und E-Bike-Unfällen vorzubeugen, setzen Kanton und Stadt weiter auf Präventionsmassnahmen. Die Kantonspolizei lanciert dafür die Kampagne «Mached Sie's besser!». In drei kurzen Videos machen Kantonspolizisten auf die Gefahren für E-Bikende aufmerksam und fordern zu korrektem Verhalten auf. Der Bund prüft gemäss Verkehrspolizei-Chef Schwammberger aktuell auch eine Tacho- und Taglichtpflicht für alle E-Bikes sowie eine Helmtragpflicht auch für langsame Elektrovelos.

Michael Hotz