Isabelle Schär und Daniela Deguelle organisieren den Brottag in der Akazie.  duf
1/1 Isabelle Schär und Daniela Deguelle organisieren den Brottag in der Akazie. duf
26.09.2019 07:30

Wenn altes Brot auf dem Teller landet

Altes Brot muss nicht im Müll, sondern kann erneut auf dem Tisch landen. Das wollen myblueplanet und die reformierte Fabrikkirche mit dem «Brottag» im Restaurant Akazie aufzeigen.

Winterthur Alleine im Detailhandel werden in der Schweiz fast 100'000 Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen. Der grösste Teil davon, weil sie nicht verkauft wurden. Das zeigt die Statistik des Bundesamts für Umwelt.

Dazu gehört auch Brot, das oft am Morgen frisch gebacken in der Vitrine und abends im Abfall landet. Um aufzuzeigen, dass auch altes Brot durchaus noch gebräuchlich und essbar sein kann, lanciert die Klimaaktionsgruppe myblueplanet und die reformierte Fabrikkirche zusammen mit der ÄssBar am Freitag, 27.09 den Brottag.

Viele Wiederverwertungsoptionen

Im Restaurant Akazie wird deshalb am Mittag und Abend am Buffet ein Ramequin angeboten: Ein Brotauflauf, der mit Käse überbacken wird. Als Dessert gibt es das Gericht Vogelheu, das ebenfalls auf Brot basiert und mit Früchten, Nüssen und Milch ergänzt wird. Für die brotreichen Mahlzeiten kann der Gast zahlen, was er kann und möchte. Eine Preispolitik, die in der Akazie schon seit Dezember 2018 gilt.

«Mit dem Brottag möchten wir zeigen, dass auch nicht mehr frisches Brot vielfältig verarbeitet und von allen probiert werden kann», sagt Isabelle Schär, Pfarrerin der Fabrikkirche. Auch das Brot zu Paniermehl zu mahlen, an Bauern für die Tierfütterung zu bringen oder einzufrieren, seien gute Alternativen, so Schär.

Nahrungskette schliessen

Das morgen an der Aktion verwendete Brot stellt die ÄssBar zur Verfügung. Sie bezieht dieses ausschliesslich vom Überschuss lokaler Bäckereien. «Brot ist eines unserer Grundnahrungsmittel. Es ist bedenklich, dass etwa 40 Prozent davon täglich einfach weggeworfen wird, obwohl man es noch zu weiteren Mahlzeiten verarbeiten könnte», sagt auch Daniela Deguelle, Geschäftsführerin der ÄssBar.

Diese rettet Backwaren vom Vortag, indem sie diese zum reduzierten Preis anbietet. Was nicht verkauft werde, gehe an Heime oder Bauernhöfe, so Deguelle. Damit werde die Nahrungskette geschlossen.

duf