Um Studium und Finanzen in Einklang zu bringen, lohnt sich eine Budgetplanung. adobe stock
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03.10.2019 08:00

Wie man sein Studium finanziell planen sollte

Wer studiert, muss finanziell gerüstet sein. Zwei Experten erklären, warum eine sorgfältige Budgetplanung auch für Studierende unabdingbar ist.

Winterthur Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind hoch. Je nach Wohnsituation und -ort betragen alleine die Fixkosten zwischen zwei- und dreitausend Franken monatlich. Nicht ganz einfach, diese zu bewerkstelligen, wenn man sich für ein Studium entscheidet, bei dem man nebenbei nicht oder nur wenig arbeiten kann.

Deshalb lohnt es sich, sein Studium auch in finanzieller Hinsicht zu planen. Zwei Budgetberatungspersonen von der ZHAW und dem Dachverband Budgetberatung Schweiz geben Tipps, auf was es ankommt.

Einkünfte abklären

Da während des Studiums voraussehbare Fixkosten anfallen, sollte man sich bewusst sein, wie man diese langfristig decken kann. Dies sind zum Beispiel Semestergebühren, Kosten für Lehrmittel, die Krankenkasse, das Wohnen, die Steuern, das öV-Abo und den Strom. Um diese zu begleichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie beispielsweise durch eigenes Einkommen, Unterstützung der Eltern, Ausbildungszulagen, Unterhaltsbeiträge, Kinderrenten und je nach Kanton Stipendien sowie Darlehen.

Für Letztere kann beim zuständigen Kanton ein Gesuch gestellt werden, wenn es den Studierenden und deren Eltern nicht möglich ist, die Ausbildung selbst zu finanzieren. Am meisten schlagen laut den beiden Fachstellen die externen Wohn- und Haushaltskosten zu Buche, gefolgt von öV-Abos, Ausbildungs- und Gesundheitskosten.

Sparpotenzial ausschöpfen

Wer keine grossen Ersparnisse oder Einkünfte hat, ist gut beraten, seine Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren. Um das Sparpotenzial bei den Lebenshaltungskosten auszuschöpfen, bietet beispielsweise die ZHAW an allen Standorten, also auch in Winterthur, eine Finanzierungs-Beratung an.

Der zuständige Berater, David Stamm, sagt dazu: «Wir klären, soweit möglich, den Stipendienanspruch ab, diskutieren das Ausmass des Eigenbeitrags beispielsweise durch Studierendenjobs, schauen uns die Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern an, diskutieren das Budget mit allfälligen Sparmöglichkeiten (z.B. Krankenkassenprämienverbilligung, Wechsel der Kasse etc.) und geben Hinweise auf mögliche weitere Unterstützungsquellen.» Auch die Mitglieder des Dachverbands Budgetberatung Schweiz bieten solche Beratungsgespräche für Studierende an. Tendenz: steigend.

Budgetplanung machen

So schwer es auch klingt: Ein Budgetplan kann im Studienalltag helfen, seine Ausgaben langfristig im Griff zu haben, sagt Andrea Schmid-Fischer von der Budgetberatung Schweiz: «Es geht um Finanzkompetenzen, bewusste Verwaltung des Geldes inklusive Ausübung von Kontrolle über die Ausgaben und auch Informationspflicht gegenüber den Eltern.» Zudem sei es zentral, langfristig und subtil zu planen: «Ein Budget sollte auf die Dauer der Ausbildung angepasst werden und dem Leben standhalten. Dieses ist ja bekanntlich manchmal für Überraschungen gut. Deshalb ist es empfehlenswert, auch an ausserordentliche, allenfalls einmalige Kosten zu denken.» Ausserdem erstelle man stets Gesamtbudgets, sodass kein Ausgabenposten vergessen gehe.

Um sich bei einer der Beratungsstellen einen Budgetplan erstellen zu lassen, ist aber auch eine gute Vorbereitung unabdingbar, so Stamm von der ZHAW: «Wir erwarten von den Studierenden, dass sie ihre Unterlagen zusammengestellt und zumindest versucht haben, ihren Stipendienanspruch abzuklären. Ohne ein selbst erstelltes, realistisches Budget ist eine Beratung kaum möglich.» Zudem brauche es auch die Bereitschaft der Studierenden, während des Studiums ihre Ansprüche beispielsweise in Bezug auf ihre Freizeit oder Ferien zu reduzieren. Entsprechende Vorlagen und Durchschnittswerte für die Budgetplanung von Studierenden, die in einer WG oder bei den Eltern wohnen, finden sich es auf der Website des Dachverbands Budgetplanung Schweiz.

Fabrice Dubler