Nachhaltiges Studieren ist auch an Fachhochschulen ein präsentes Thema. adobe stock
1/1 Nachhaltiges Studieren ist auch an Fachhochschulen ein präsentes Thema. adobe stock
05.12.2019 07:30

Wie nachhaltig lässt es sich in Winterthur studieren?

Nachhaltiges Denken und Handeln ist in allen Lebensbereichen allgegenwärtig. Auch im Winterthurer Studienalltag fliessen ökologische Überlegungen immer mehr mit ein.

Winterthur Klimawandel, Nachhaltigkeit, CO2-Kompensation - solche Schlagwörter prägen die aktuelle Themenagenda seit Jahren. Auch wer studiert, macht sich so seine Gedanken, wie man seinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten kann.

Die ZHAW als einzige Fachhochschule in Winterthur hat sich mit einer dieses Jahr beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie dem Thema verschrieben. Dazu sei man in verschiedenen Partnerschaften mit Verbänden und Konferenzen involviert, wie ZHAW-Sprecherin Ilona Ammann sagt: «Wir verfolgen verschiedene Massnahmen, welche die Reduktion des CO2-Ausstosses durch Mobilität, Infrastruktur und Konsum begünstigen.»

Einsparung auf mehreren Ebenen

Dazu gehörten auch Betriebsoptimierungen, Einsparungen bei der Beleuchtung und Beheizung, ein nachhaltiges Verpflegungsangebot und die individuelle Arbeitsgestaltung der Mitarbeitenden und Studierenden. So werde beispielsweise am Departement Gesundheit in Winterthur Hahnenwasser in mehrfach verwendbaren Glasflaschen und Trinkgläsern statt Plastikbechern abgegeben. «Wir fordern unsere Mitarbeitenden und Studierenden auf, wenn möglich mit dem Zug zu reisen, Flüge werden besteuert und deren Einnahmen für innovative Nachhaltigkeitsprojekte genutzt», so Ammann.

Papierlose Studiengänge

Auch der Forderung nach weniger Papierausdrucken bei Lernmaterialien, mit der sich Studierende immer mehr anfreunden, will sich die ZHAW mehr und mehr annähern. «Es werden allen Studierenden und Mitarbeitenden Scan-Services zur Verfügung gestellt. Beim Drucken kommt zudem grundsätzlich Recyclingpapier zum Einsatz», sagt Ammann. Am Departement Life Sciences und Facility Management in Wädenswil würden ausserdem – mit Ausnahme eines Studiengangs – alle Lehrgänge papierlos stattfinden. Studierende könnten sich zudem in der eigens gegründeten Nachhaltigkeitskommission des Studivereins VSZHAW engagieren oder an der Nachhaltigkeitswoche Zürich einbringen.

Ein grosses Thema ist auch immer das Essensangebot. Hier setzt die ZHAW auf eine gute Zusammenarbeit mit der SV Group, die in Winterthur mehrere Kantinen für Mitarbeitende und Studierende betreibt.

Ökologische Verköstigung

Wie SV-Group-Sprecherin Marion Münstermann auf Anfrage sagt, ist man dank der Zusammenarbeit mit dem WWF und Schweizerischen Tierschutz STS auf verschiedenen Ebenen aktiv: «Die nachweislich grösste Wirkung erzielen wir bei der Auswahl der Lebensmittel sowie der Zusammenstellung des täglichen Menüangebots. Aber auch die Optimierung der Betriebsabläufe in den Restaurants und in der Logistik sind zentrale Aufgaben, die wir wahrnehmen.» So beziehe man ausschliesslich Schweizer Fleisch und zertifizierten Fisch. Insgesamt bestünden 80 Prozent der Produkte für die Menüs aus der Schweiz.

«Take-away-Produkte verkaufen wir zudem im Glas oder einem wiederverwendbaren Kunststoffbehälter. Auch für unseren Eistee und Wasser geben wir nur noch Mehrwegbecher ab. Wer seinen eigenen Kaffeebecher bringt, wird zudem mit einem Rabatt belohnt», so Münstermann. Eine CO2-Reduktion könne aber nur gelingen, wenn Studierende das vielfältige Menüangebot sowie Mehrweggeschirr auch nutzen und Einwegverpackungen richtig entsorgen würden.

duf